Zukunft von Alstom-Standort weiter offen

Die Gespräche über die Zukunft des Alstom-Standorts Mannheim sind heute ohne Ergebnis vertagt worden. Der französische Mutterkonzern wollte ursprünglich fast die Hälfte der 2.000 Arbeitsplätze abbauen und begründete dies mit der schlechten Auslastung der Mannheimer Produktionsanlagen. Eine Annäherung ist bislang nicht in Sicht. Allerdings sei es allemal besser, miteinander zu reden, als dies nicht zu tun, so der Betriebsrat. Deshalb werde man dem Aufsichtsrat empfehlen, die Gespräche nach den Herbstferien wieder aufzunehmen.
Die vom Aufsichtsrat eingesetzte Arbeitsgruppe aus Vertretern der Belegschaft und der Geschäftsleitung verhandelt schon seit Monaten über die künftige Personalstärke in Mannheim. Von dem ursprünglichen Plan, aus Kostengründen fast jede zweite der 2.000 Stellen abzubauen, ist die Unternehmensleitung inzwischen etwas abgerückt. Dennoch sollen nach wie vor über 800 Alstom-Mitarbeiter ihren Job verlieren. Der Betriebsrat geht dagegen davon aus, dass der Kraftwerksmarkt in Kürze einen Boom erleben wird und deshalb jeder einzelne Mitarbeiter auch in Zukunft gebraucht wird.

Am Samstag hatte der DGB Rhein-Neckar den Betriebsrat und die Beschäftigten des Konzerns zu einem Protestzug durch die Stadt aufgerufen, um den Druck auf die Unternehmensleitung vor Beginn der Verhandlungen zu erhöhen. Die Polizei sprach von 800 Demonstranten, nach Angaben des Betriebrats beteiligten sich 1.200 Menschen.


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Demo: Abbau stopp, Bildung top

Rund 1000 Menschen fordern mehr Arbeit und Ausbildung

Wenn in der Stadt in diesen Tagen demonstriert wird, dann schallt meistens das „Hopp, hopp, hopp, Abbau-Stopp!” der Alstom-Mitarbeiter durch die Straßen. Das war am Samstag nicht anders, und doch stand noch mehr auf dem Programm. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte das Protest-Heft in die Hand genommen: Für „Arbeitsplätze und Bildung in der Metropolregion” demonstrierten knapp 1000 Menschen in der Innenstadt.

„Schließlich sind nicht nur bei Alstom Arbeitsplätze bedroht”, sagte DGB-Rhein-Neckar-Chef Stefan Rebmann. Das bestätigte ein 29-jähriger Mannheimer. „Mein Job hier in der Nähe hängt am seidenen Faden”, sagte er. Wo das ist, will er nicht sagen, man könne es ja in der Zeitung lesen. Die Verunsicherung ist groß unter den Betroffenen. Und die Hoffnung, dass eine Demo hilft? Achselzucken, „besser als rumsitzen ist es sicher”. Vom Gewerkschaftshaus zog der Demonstrationszug durch die Quadrate bis zum Ausgang der Planken gegenüber dem Wasserturm. Ein ungewohnter Ort für Kundgebungen, aber an Samstagen ist in der City - und dorthin wollte man auf jeden Fall - eben nicht viel Platz.

Rebmann nutzte die kleine Bühne auf der Ladefläche eines Lasters, um den werdenden schwarz-roten Koalitionären in Berlin einige Wünsche mit auf den Weg zu geben - das „Wahlprogramm” der Gewerkschaften sozusagen. Kündigungsschutz und Tarifautonomie müssten ebenso unangetastet bleiben wie die Steuerfreiheit von Sonn- und Feiertagszuschlägen. Der DGB bemüht sich, breitere und jüngere Bevölkerungsschichten zu erreichen, also stand Bildung mit auf dem Programm. Der Mangel an Ausbildungsplätzen sei eine „Schande für die Metropolregion”, so Rebmann. Außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass Bildung nicht zur Ware verkomme, weswegen der DGB Studiengebühren ablehne. Dem schlossen sich die Vertreterin der Jusos und ein Studentensprecher an.

Udo Belz, Betriebsratsvorsitzender von Alstom Power, warnte erneut eindringlich vor den Folgen des Stellenstreichungsplanes. Die Demonstration war für ihn nur eine Station des derzeitigen Protest-Marathons. Schon morgen wollen die Alstom-Mitarbeiter wieder durch die Stadt ziehen, sollte bei den heutigen Gesprächen keine Lösung gefunden werden. bro


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MM-Sonntag aktuell

Arbeitnehmer-Demo

Mannheim. Für „Arbeitsplätze und Bildung in der Metropolregion” demonstrierten gestern Vormittag in der Mannheimer Innenstadt zahlreiche Menschen. Dazu aufgerufen hatte der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der von rund 1200 Teilnehmern sprach, während die Polizei etwa 800 schätzte. Mit dabei waren insbesondere viele Mitarbeiter des Mannheimer Standorts von Alstom Power, wo ein gravierender Stellenabbau droht. Darüber wird es am Montag weitere Gespräche geben. Falls diese nicht zu einem Ergebnis führen, will die Belegschaft den Druck auf die Unternehmensleitung erhöhen. „Dann gehen wir einen Tag später erneut auf die Straße,” kündigte Betriebsrat Udo Belz an. Unterdessen ist davon die Rede, dass die Freudenberg Unternehmensgruppe massiv Stellen abbaut, 349 davon allein am Konzernsitz Weinheim, 68 am Standort in Kaiserslautern.


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Bei Alstom verhärten sich die Fronten

Betriebsrat lehnt Zugeständnisse des Turbinenherstellers ab

Der Streit um den Abbau von knapp 1000 Stellen bei Alstom Power in Mannheim droht zu eskalieren. Die Geschäftsleitung hat einen Kompromiss vorgeschlagen - den lehnt der Betriebsrat ab.

Von Inge Nowak

„Wir sind absolut pessimistisch gestimmt”, sagt Udo Belz, der Vorsitzende des Betriebsrats von Alstom Power in Mannheim, unumwunden. „Wir rechnen damit, dass die Gespräche scheitern werden.” Am kommenden Montag treffen Vertreter von Geschäftsleitung und Arbeitnehmern des Turbinenherstellers wieder aufeinander - die neunte und letzte Verhandlungsrunde, wie ein Sprecher sagt. Gestern hat Belz die Mitarbeiter über den Stand der Gespräche unterrichtet.

Zur Erinnerung: mit der dramatisch schlechten Auslastung in Mannheim hat der Alstom-Konzern im Frühjahr begründet, dass die Belegschaft deutlich reduziert werden soll. Dabei geht es insgesamt um eine Halbierung der Beschäftigung - rund 950 Stellen sollen wegfallen. 500 Personen haben sich freiwillig bereit erklärt, das Unternehmen zu verlassen - meist über Altersteilzeit. Bei den Gesprächen geht es also um 450 Arbeitsplätze. Seit Frühjahr dieses Jahres stellen die Mitarbeiter in Mannheim ihren Kampfeswillen unter Beweis. So haben sie fünf Tage bei einer Betriebsversammlung ausgeharrt - vermutlich ein Rekord. Die Klage vor dem Arbeitsgericht gegen diese Mammutveranstaltung hat die Geschäftsleitung wieder zurückgezogen. Zahlreiche Protestveranstaltungen hat es inzwischen in der Mannheimer Innenstadt gegeben. Um die Wogen zu glätten, wurde im Sommer auf Empfehlung des Aufsichtsrats eine Arbeitsgruppe ins Lebens gerufen, die eine Lösung erarbeiten sollte - paritätisch besetzt mit Vertretern der Geschäftsleitung und der Arbeitnehmer.

Herausgekommen dabei ist aber nicht die angestrebte einvernehmliche Lösung – ”wir konnten uns nicht einigen” (Belz) –, sondern „lediglich” ein Kompromissangebot des Arbeitgebers. Demnach will Alstom statt der bisher geplanten 450 Stellen „nur” 300 Arbeitsplätze abbauen. Diese Mitarbeiter sollen in eine so genannte Restrukturierungsabteilung überführt werden. Dort sollen sie Unterstützung bei der Suche eines neuen Arbeitsplatzes erhalten, stellt sich das Unternehmen offensichtlich vor. Öffentlich reden tut man darüber derzeit nicht. „Dort sollen die Mitarbeiter so lange gequält und gemobbt werden, bis sie freiwillig gehen”, wettert dagegen Belz. Er regt sich hörbar auf. „Das ist eine bösartige Unterstellung”, räumt er denn auch im nächsten Satz ein. Für ihn steht fest: „Das machen wir nicht.” Denn in dieser Restrukturierungsabteilung haben die Mitarbeiter keine Arbeit, und sie bietet nur kurzfristig Sicherheit. Mitte 2007 – so lange läuft noch der Beschäftigungssicherungsvertrag für den Standort Mannheim - müssten sie dann wohl mit der Kündigung rechnen.

„Es gibt keinen Grund, dies (Personal abzubauen) zu tun”, da ist sich Belz sicher. Denn der Markt für Turbinen „fängt an zu boomen”. Zwar wird in Mannheim seit eineinhalb Jahren immer wieder kurzgearbeitet, auch derzeit ist davon die Produktion betroffen. Doch schon 2006 soll das Geschäft wieder anlaufen. Insgesamt 17 Kraftwerksprojekte sollen allein im nächsten Jahr vergeben werden. Weitere sechs Projekte stehen bis 2008 an. „Siemens baut Personal auf, Alstom ab”, kritisiert der Betriebsratsvorsitzende. Bei Alstom teilt man zwar die Markteinschätzung, aber: Nur wenn der Standort auch produktiv sei, habe er eine Zukunft, hält der Sprecher dagegen. Und die Produktivität müsse deutlich erhöht werden. „Wenn es Probleme gibt, können wir darüber reden”, bietet Belz an.

„Unser Angebot für Montag liegt auf dem Tisch”, sagt der Alstom-Sprecher. Auf die Frage einer möglichen Nachbesserung geht er gar nicht erst ein. Der Betriebsrat lehnt den Vorschlag kategorisch ab – und damit droht der Streit zu eskalieren. Denn eine weitere Verhandlungsrunde ist derzeit nicht vorgesehen. Am Samstag hat der Deutsche Gewerkschaftsbund in Mannheim zu einer Protestaktion geladen – alle Branchen, in denen Personal abgebaut wird, sind dazu aufgerufen. Am Dienstag planen die Alstom-Arbeitnehmervertreter – sollten die Verhandlungen scheitern – eine weitere Demonstration in der Mannheimer Innenstadt.


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Alstom-Betriebsrat kritisiert Pariser Zentralismus

„Auftragsboom läuft an, doch Konzernleitung bedroht Existenz der Mannheimer Kraftwerksfabrik” - Siemens wirbt Mitarbeiter ab

Von unserem Redakteur Jürgen Eustachi MANNHEIM. Der Plan der Pariser Alstom-Konzernleitung, in Mannheim fast 1000 Arbeitsplätze abzubauen, bedroht nach Einschätzung des Betriebsrats die Existenz des Kraftwerksbau-Standorts genau in einer Phase, in der eine riesige Auftragswelle aus der deutschen Kraftwerkswirtschaft anrollt. Die Arbeitnehmervertreter sehen eine gefährliche Mischung aus zentralistischer Konzernführung in Paris und Versagen des deutschen Managements bei der Vertretung der Interessen der Landesgesellschaft in Paris.

„Wenn der Alstom-Konzernchef Patrick Kron sagt, so wird das gemacht”, dann gibt es im Management prinzipiell keine Kritik und keinen Widerspruch", sagte Alstom-Power-Konzernbetriebsrats-Chef Udo Belz gestern der RHEINPFALZ. Das Konzept, das in Mannheim etwa die Halbierung der Mitarbeiterzahl bis Ende 2007 auf dann noch rund 1000 vorsehe, sei vor einem halben Jahr in der Pariser Alstom-Zentrale beschlossen worden. Doch inzwischen löse sich der Auftragsstau in der Kraftwerkswirtschaft auf, auch als Folge der vorgezogenen Bundestagswahl. Die Vorstellung der Konzernleitung, den deutschen Markt mit einer Projektleitung in Frankreich oder in der Schweiz bedienen zu wollen, hält Belz für abwegig. „Das deutsche Kraftwerksgeschäft funktioniert anders als das in Kuwait”, sagt er. Allein die zahlreichen detaillierten Vorschriften und technischen Standards erforderten eine profunde Kenntnis der Besonderheiten im deutschen Kraftwerksbau.

Ein im Alstom-Intranet verbreiteter Strategieplan der Konzernleitung sieht so genannte Execution Offices, das sind Einheiten, die Kraftwerksprojekte komplett abwickeln, nur noch in Frankreich, der Schweiz und in Indien vor. Deutschland soll zu einem „Front Office”, sprich Verkaufsbüro, degradiert werden.

Bevor deutsche Stromversorger den Auftrag zum Bau eines Kraftwerks vergeben würden, ließen sie sich vom Kraftwerksbauer Listen mit den Namen der Experten geben, die das Projekt bearbeiteten. Damit wollten sie prüfen, ob ausreichend Personal zur Abwicklung des Geschäfts vorhanden sei, beschreibt der Betriebsrat das Geschäftsgebaren der Branche. Während Alstom den Standort Mannheim nach unten fahre, werbe der große deutsche Wettbewerber Siemens gezielt Leute aus der Quadratestadt ab, sagt Belz. Siemens habe den Ingenieurmangel rasch registriert und reagiert. „Die stellen genau die Leute ein, die bei uns entlassen werden sollen”, sagt er. „Siemens hat unsere internen Organigramme. Die sprechen gezielt Alstom-Leute an.”

Alstom-Chef Kron habe lange Zeit nicht an Prognosen eines neuen Kraftwerksbooms in Deutschland geglaubt, so Belz. Erst Ende September auf einer Tagung des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in Krakau hätten die französischen Manager begriffen, dass die Aufträge tatsächlich kommen werden. Sie hätten aber etwas hilflos neben ihren deutschen Alstom-Kollegen gestanden, die Gespräche mit Kunden geführt hätten - auf Deutsch. Belz: „Die französische Konzernleitung hatte ganz offensichtlich Probleme mit Kundengesprächen.” In Deutschland seien derzeit 21 neue Dampfkraftwerk-Projekte in der Vorbereitung. Sie sollten in den kommenden drei bis fünf Jahren fertig gestellt werden. Allein für 17 Projekte sollten die Aufträge bis Ende 2006 vergeben werden. Doch auch in dieser Situation traue sich das deutsche Alstom-Management nicht, den deutschen Standpunkt in Paris zu vertreten.

Stattdessen stellten „Heerscharen” deutscher Manager und Mitarbeiter Monat für Monat Folien mit Zahlen der deutschen Landesgesellschaft für die Pariser Konzernchefs zusammen. Aber aus Paris gebe es kaum eine Reaktion darauf. „So kann man ein globales Unternehmen nicht führen”, meint Belz. Er hätte Verständnis dafür, wenn dem deutschen Management Zielvorgaben etwa bezüglich der Rendite gemacht würden, und die Verantwortlichen vor Ort dann freie Hand hätten, diese Ziele zu erreichen. Doch bei Alstom sei das nicht so. „Die kriegen bis auf die letzte Stellschraube aus Paris vorgeschrieben, was sie machen sollen.” Von unternehmerischer Freiheit des Managements vor Ort könne da keine Rede sein.

Ein Alstom-Sprecher wollte gestern zu diesen Vorwürfen nicht Stellung nehmen. „Vorwürfe bringen uns heute nicht weiter”, sagte er. Unternehmensleitung und Betriebsrat wollen am kommenden Montag weiter über die Zukunft des Standorts Mannheim verhandeln. Das jetzt vom Management gemachte Zugeständnis, 150 Stellen weniger zu streichen als geplant, lehnen die Arbeitnehmervertreter als unzureichend ab.


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Alstom: Harte Kritik am Vorstand

Mannheim. Der Betriebsrat des Mannheimer Alstom-Werkes hat Gerard Brunel, Chef der deutschen Alstom, wegen seiner Äußerungen im Interview mit dieser Zeitung scharf kritisiert. Brunel habe versucht, der Öffentlichkeit zu suggerieren, dass der Konzern kompromissbereit wäre und nur der Betriebsrat eine Verständigung blockiere, sagte Betriebsratschef Udo Belz gestern in Mannheim. „Bei Alstom ist keineswegs alles im Lot”, konterte er. Seiner Meinung nach versucht die Konzernleitung in Paris Aufträge über die deutsche Alstom hereinzuholen; die Wertschöpfung solle dann aber in den Werken in Polen und Frankreich stattfinden.
Alstom will in Mannheim über 900 Stellen abbauen. Damit sei der Standort in seiner Substanz gefährdet, meinte Belz und widersprach damit Brunel, der in dem Interview betont hatte, man wolle den Standort Mannheim unbedingt erhalten. mk


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300 Alstom-Mitarbeiter demonstrieren gegen Personalabbau

Mannheim. Mitarbeiter des Mannheimer Alstom-Werkes haben heute erneut für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. An dem Marsch vom Werk in die Innenstadt beteiligten sich nach Angaben der Polizei etwa 300 Menschen. Zuvor hatte der Betriebsratsvorsitzende Udo Belz bei einer Betriebsversammlung erneut die Pläne des Kraftwerksbauers zum Personalabbau kritisiert. Alstom will in Mannheim mehrere hundert Stellen streichen. Die Gespräche zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung über den weiteren Kurs sollen am 10. Oktober fortgesetzt werden. (dpa)


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Der Streit bei Alstom geht weiter

Gütetermin wegen Betriebsversammlung ohne Ergebnis

Mannheim. Einen Tag vor neuen Gesprächen zwischen Management und Arbeitnehmervertretern der deutschen Alstom Power AG über die Zukunftschancen des Standorts Mannheim haben sich die Fronten weiter verhärtet. Der erneute Vorstoß des Vorstands, eine fünftägige Betriebsversammlung im April per Gerichtsbeschluss für nicht rechtens erklären zu lassen, schlug gestern fehl. Im Gütetermin vor dem Arbeitsgericht kam keine Einigung zustande, obwohl oder vielleicht gerade weil sich vor den Türen der Justiz rund 600 Mitarbeiter zum Protest versammelt hatten.

Die Parteien haben ihre gegensätzlichen Positionen bekräftigt. "Die Rechte der Belegschaft aus dem Betriebsverfassungsgesetz werden sukzessive beschnitten", klagt Betriebsrats-Vize Ralf Eschmann. Die Arbeitnehmervertretung hält sich nicht an die Vorgabe, dass pro Quartal nur eine Betriebsversammlung statthaft ist, hält das Management entgegen.

Der Belegschaft ging gestern ein deutlich formuliertes Schreiben ihres Vorstandsvorsitzenden Gérard Brunel zu. Man werde, schreibt Brunel, die maßgeblichen Arbeitszeiten an diesem Tag genau beobachten und im Falle der Nichtbeachtung arbeitsrechtliche Maßnahmen prüfen. Den Hinweis des Betriebsrates, dass alle Kollegen aufgerufen waren, sich an die Gleitzeit zu halten, lässt das Management nicht gelten. Wer der Schicht von 6 bis 14 Uhr zugeteilt war, habe ohne Genehmigung nicht demonstrieren können, heißt es. Mögliche Verstöße würden geprüft, über Sanktionen müsse noch entschieden werden. rw


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